VITA


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In jedem Menschen,                                                           dem Menschen

dem wir begegnen -

lebt in alle Ewigkeit ein Teil von uns.

So,

wie in uns ein Teil von Ihm.

 

Je größer der Mut zur Freiheit,

zur eigenen Individualität,                                               eigene Individualität

um so selbstverständlicher werden wir auch die Eigenheiten

unserer Gegenüber akzeptieren.                                     akzeptieren !

 

 

 

Unter all den Menschen denen ich in all den Jahren bisher begegnen durfte, gibt es Viele - die den Oliver Sachse Tenky in einer seiner Facetten kennengelernt haben. Nur Wenige kennen das ganze Bild und wären sicher in mancher Hinsicht auch ein wenig enttäuscht. Denn schlussendlich war und bin ich ebenso normal und durchschnittlich, wie die meisten von Uns. Was mich wohl dennoch etwas aus der Reihe tanzen lies, war der für mich nicht abschließend ergründbare Drang - immer weiter ziehen zu müssen und nie länger an einem Ort zu verbleiben. Für mich selbst als Person, trifft das nicht zu und ist bis heute eines der größten, wenn nicht sogar der größte Selbstanspruch - dem ich gerecht werden möchte. Mir selbst treu zu bleiben verfolgte ich in all den Jahren und in all den verschiedenen Lebenssituationen, ohne dabei in Zwanghaftigkeit, einer Manie zu verfallen. Sich selbst treu zu bleiben bedeutet eben auch, sich selbst die Ecken und Kanten zuzugestehen und nicht dem allgemein gültigen Bild anzupassen. Das trifft auch auf meine Art der Kreativität zu, in der ich stetig empfindlich aufpasste - nicht zum Abziehbild und dem Nutznießer einer temporären Welle des angesagten Chic und dem "Wie etwas sein muss" zu werden. In all der Zeit schlug ich viele Angebote aus, die mir kurzzeitigen - für meine Begriffe jedoch fragwürdigen Ruhm eingebracht hätten. Dadurch entschied ich mich sicher auch an manch dringend gebrauchter Finanzspritze vorbei und wählte lieber und ganz bewusst den Kampf um das Wesentlichste. Natürlich begleiteten mich immer Selbstzweifel, die mich auch in aller Regelmäßigkeit in tiefste Depressionen fallen ließen. Doch ich lebte diese mentalen Tiefpunkte ebenso intensiv und bewusst aus, wie die temporären Hochphasen. Ich war und bin bis heute jederzeit bereit, von einem Moment auf den nächsten etwas völlig Gegensätzliches zu tun und auch zu sein. Das brachte mir seit Kindesbeinen ein schier unerschöpflich breites und intensives Feld an Erfahrungen, Eindrücken und Erkenntnissen, von denen ich mittlerweile beginne zu zehren. Meine Kreativität betrachtete ich nie als Kunst, da ich ihr dafür viel zu sprunghaft und mit zu wenig Nachdruck Beachtung schenkte. Mein Kredo war und ist, mich den Dingen, der Situation möglichst frei und ohne Definition hinzugeben - auch, wenn sie sich wiederholten. So genannte Fehler ein zweites und drittes Mal zu begehen, war für mich somit eine immer wieder neue Erfahrung mit einem immer wieder neuen Betrachtungs- und Erfahrungswinkel. Mit baldigen 46 Jahren bin ich noch überzeugter davon als ich es eh schon immer war, das Leben nur dann tatsächlich erlebt wird - wenn man es sequentiell und ohne Erwartungen, was Definitionen einschließt - zulässt. Jederzeit ist man in der Lage, eine Situation zu verlassen - wenn sie einem nicht zusagt. Als mein momentan größter Wunsch trifft das auf den Umstand zu, gegen meine Erkrankung und deren Voranschreiten nichts ausrichten zu können und ihr ausgeliefert zu sein. 

 

Ich meine, das man in der Art meiner vokabularischen Ergüsse ebenso, wie in der Art meiner Musik und dem Stil meiner Zeichnungen - eine gewisse verbliebene Naivität trotz so zahlreicher und intensiver Erfahrungen erkennen kann. Verblüfft hat mich immer wieder selbst, zu welch exzessiven Leben ich immer wieder und kompromisslos im Stande war, obwohl ich vom Wesen ein eher bodenständiger Eigenbrötler bin. Ich bin mir jedoch sicher, das ich ohne diese zwei Gesichter meines Wesens - nicht annähernd soviele Eindrücke und Erfahrungen hätte sammeln können. Heute schaue ich nicht nur auf meine illegalen und hochkorrupten, wie massiven Zeiten gern zurück - sondern spüre in mir ebenso intensiv jene Zeiten in familiärer Ausgeglichenheit. Es wäre fatal und töricht, in der Aufzählung meiner mich prägenden und absolut ausfüllenden Phasen und Momente, jene der sexuellen Exzessivität zu vergessen und nicht all jene Damen zu huldigen, die mir so fantastische Momente bescherten. 

Wenn ich von einer langen Liste schreiben würde, würde das sicher negativ aufstoßen - drum wähle ich lieber die Umschreibung, das ich mich an jede einzelne Dame erinnern kann und das bis heute sehr gern. 

 

Ob die Zweisamkeit, die Sexualität... - alkoholische Exzesse oder die dubiosen Machenschaften in entsprechend gefährlichen Kreisen. Ob die tiefsinnigen und oft philosophischen Gespräche, verbalen Ulkmomente… - das losgelöste Treiben in tiefer Depression oder das himmelhohe, losgelöste Fliegen ohne Raum und Zeit. Ob mit meinem Gegenüber, in meiner Musik, meinen geschriebenen Worten - oder in und während meines Malens und Zeichnens - immer war und bin ich zu 100 % dabei. Was mir wichtig ist und zu meinen absoluten Prioritäten zählt, kann mich natürlich auch zutiefst verletzen und aus der Bahn werfen. Die Rede ist von Loyalität, Toleranz und Respekt - sowie die Huldigung der diese Tugenden umspannenden Wertigkeit. 

 

1972 geboren, wuchs ich in der DDR auf und bekenne mich bis heute dazu - die Wende mit dem Ausgang zutiefst zu bedauern. Nicht der Erhalt des unrunden DDR Systems wäre meine Option gewesen, ebenso wenig wie der Tausch gegen das, was wir heute als Normalität betrachten. Die Essenz aus beiden Staatsformen, die allem Voran das Wohl und die Harmonie des eigenen Volkes als Prämisse inne gehabt hätten, wäre meine bis heute tief empfundene Wahl gewesen. Meines Erachtens hat Deutschland die wohl größte und die sich so nie wieder gebende Chance verschenkt, aus beiden Systemen eines zu schaffen - was tatsächlich allen heutig propagandierten Dingen wie Demokratie, soziale Sicherheit und dem des  gleichen Rechts für Alle gerecht würde. Jedes System gebärt ein dem entsprechendes Volk und was aus unserer Gesellschaft geworden ist und noch werden wird, können wir Alle zusammen sehr deutlich spüren... 

 

Sonne ist nicht Liebe, nein - ich betrachte die Welt nicht durch eine rosarote Brille. Ich übe mich als Realist, da ich Pessimismus ebenso sinnfrei betrachte - wie Optimismus. Die Dinge realistisch zu betrachten, bedeutet nicht ein losgelöstes und erfüllendes Leben haben zu können. Vielmehr schießt man damit nicht über die Ziele hinaus und bleibt auch in den Extremen, auf dem Boden der Tatsachen.